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Montag, 02.04.2012

Wie der Kopf den Körper trimmt

Magazin | Mara Fischer | 09.11.2006

"Man kann fast alles erreichen, man muss es nur wollen." Der Satz ist ebenso einfach wie verblüffend. Nur, wer so was sagt, sollte es auch beweisen können. Hubert Schwarz (52) hat dies gleich mehrfach getan. Sich und anderen gezeigt, wie es geht. Und ist damit zu einem Aushängeschild der Region geworden.

Wie der Kopf den Körper trimmt
Erfolge beginnen im Kopf: So wurde Hubert Schwarz zu einem der größten Extremsportler unserer Zeit.

Als Extremsportler hat sich Hubert Schwarz die Kontinente der Erde schon mehrfach erradelt, erlaufen und erschwommen. Vor einigen Jahren eröffnete er dann im Landkreis Roth ein Seminarzentrum, in dem er nicht nur gestresste Manager und unzufriedene Sportler in seine "Power of Mind"-Strategie einweiht. Schwarz ist eine Motivationsikone geworden. Manager, Abteilungsleiter, Politiker und Sportler kommen zu ihm ins Tagungszentrum nach Ungerthal und wollen wissen, wie das funktioniert mit der Motivation. Wie man erreichen kann, was man will. Wer nicht kommen kann, der lädt Schwarz zu sich ein. Inzwischen hält er europaweit Vorträge übers Motivieren.

Den Hintern hoch

"Weißt, es muss aus dir herauskommen zunächst. Du musst etwas wollen, das ist schon mal der Anfang", sagt er dann. Mentale Fitness heißt sein Zauberwort, "Power of Mind". Der Körper schöpft nur 30 Prozent seiner Kraft aus - eine These, auf der Schwarz' Konzept beruht. Ergo heißt's, die 70 schlummernden Prozent zu wecken. Und da spielt vieles eine Rolle. Ein so genannter "Power of Mind"-Tag in Ungerthal kann einiges ans Licht bringen. Schwarz drückt es in Schlagworten aus: eigene Begrenzungen wahrnehmen und hinterfragen, neue Möglichkeiten entdecken, Energie freisetzen - und: Bewegung als Erfolgsrezept.

"Man muss schon erst einmal den Hintern hochbringen, sonst geht gar nichts." Nur wenn es dem Körper gut geht, dann kann auch der Geist anfangen, Gedankensprünge zu machen, mentale Grenzen hinter sich zu lassen. Mit seinen Büchern, einem häufig ausgebuchten Seminarzentrum samt Hochseilgarten und bis zu 100 Vorträgen im Jahr kann er von seinem großen Traum längst gut leben. Den sozialen Aspekt will er dabei jedoch nicht außer Acht lassen: Seine sportlichen Brachialtouren verknüpft er stets mit Spenden für krebskranke Kinder.

Miteinander geht es leichter

"Man muss aus seiner eigenen Komfortzone heraus, dann funktioniert's", sagt er. Die Komfortzone also. Jener Zustand, von dem aus es sich ganz bequem sagen lässt: Sollen doch erst einmal die anderen machen, dann mache ich auch ... "Eben falsch!", betont Schwarz triumphierend. Man muss lernen, sich selbst zu überwinden, sich Ziele zu setzen, erst kleinere, dann immer größere. Und dann natürlich hart trainieren. Eisenhart. Hat man die Ziele dann erreicht, gibt einem das unglaublich viel. "Was meinen Sie, wie stolz und zufrieden so etwas macht, das spüren auch andere."

Seine Seminare veranstaltet er gemeinsam mit Psychologen, Sportpädagogen und anderen Experten, das ist ihm wichtig. Viel geht es dabei auch um Vertrauen. Sich verlassen können - auf sich selbst und auf den oder die Partner, das ist wichtig. In seinem Hochseilgarten sollten daher alle den Balanceakt in schwindelnder Höhe machen und schauen, wie viel sie sich und anderen zutrauen.

Die Sache mit dem Vertrauen und dem Selbstbewusstsein, sagt er, könne man ja auch noch ausweiten. Er denkt an seine Heimat Franken. Begreift nicht, warum es den Leuten an Selbstbewusstsein mangelt, immer noch zu oft Richtung München geschielt wird. "Man kann doch auch als Region seine Stärken bündeln und so nach außen wirken", behauptet Schwarz. Die neu gegründete Metropolregion nennt er einen Anfang. Denn miteinander geht es leichter. Das weiß er. Obwohl er als Einzelkämpfer letztlich allein auf dem Rad sitzt. Doch im Hintergrund hat er seine Familie, Freunde, die an ihn glauben. Und das wissen auch die großen Konzerne wie adidas, Siemens, Audi, die Deutsche Post und viele mehr, die ihre Geschäftsführer oder ganze Teams zu ihm schicken, damit sie gemeinsam stärker werden.

www.hubert-schwarz.com

In 80 Tagen um die Welt: die sportlichen Höchstleistungen des Hubert Schwarz
Hubert Schwarz hat am World Circle teilgenommen, einer Reihe von fünf Ironman-Triathlons auf allen fünf Kontinenten. Er absolvierte den Ultraman auf Hawaii mit Distanzen, die selbst Sportprofis schwindelig werden lassen. Er nahm drei Mal am "Race across America" teil, 5.000 Kilometer nonstop in zehn Tagen von der West- an die Ostküste. Es folgten Dutzende von Extrem-Herausforderungen, darunter ein 600-Kilometer-nonstop-Radrennen durch Alaska, und in 80 Tagen radelte er 24.000 Kilometer um die Welt. Im "Guinness World Records"-Buch wird Schwarz also nicht zu Unrecht als härtester Radfahrer der Welt gelistet.

 

Artikel aus: dürer 01.05