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Freitag, 11.05.2012

Medienarbeit

Weblog | Klaus Wolfrum | 13.05.2010 | 5:42

Der geneigte Leser weiß, daß ich mich eingehend mit dem Thema Veranstaltungswerbung im Netz beschäftige.

Auf unserem Veranstaltungsportal Frankentipps.de erhalten Absender generell eine automatisierte Antwort mit dem Hinweis, dass wir per E-mail zugesandte Termine negieren. Die Funktionsweise des Portals, Termine werden ausschliesslich durch den Veranstalter bzw. deren Pressedienstleister eingestellt, ist klar und offensichtlich beschrieben.

Gestern erhielt ich von einem professionellen PR-Dienstleister wieder einmal eine Mail mit dem Betreff "Ihr Hinweis "Keine Pressemeldungen!" und dem Inhalt "Bitte teilen Sie uns mit, welche Redaktion Ihres Medienunternehmens fortan für Meldungen zuständig ist, der wir unsere aktuellen Pressemeldungungen per E-Mail senden können."

E-Mails in dieser Form sind für uns nicht ungewohnt. Sie erklären jedoch anschaulich, wie manche der mit Öffentlichkeitsarbeit ausgerichteten Dienstleister im Medienwandel Schwierigkeiten zur Veränderung haben.

Jahrzehntelang war im Bereich von Kulturmedien der Kommunikationsweg der etablierte Presseverteiler, Streuverlust und Wahrscheinlichkeitsquote mit oder ohne Anzeigenschaltung inkludiert. Vor Internet waren die Softwarestrukturen in den Verlagen ausschliesslich auf die redaktionelle Erfassung ausgelegt. Eine Übermittlung von aussen war ja auch gar nicht möglich gewesen.

Bis das Internet kam.

Schon lange ermöglichen viele Medien Veranstaltern und deren Pressedienstleistern den direkten Übermittlungsweg via Portalzugängen oder Schnittstellen. Auch traditionelle Medien modernisieren sich. Um wirtschaftlich und im Wettbewerb bestehen zu bleiben. Immer mehr Medien ermöglichen nur noch ausschliesslich die Annahme per direkter Eingabe. Nur so ist das Potential des Internets auf beiden Seiten nutzbar. Viele Online-Medien, Web 2.0-Anwendungen und soziale Medien entstanden und verfügen ausschliesslich auf dieser Kommunikationsbasis.

Pressearbeit verändert sich. Sie beschränkt sich nicht nur auf die Versorgung der Medien mit Information, sondern entwickelt sich auch weiter in die eigene, interaktive und direkte Arbeit mit den Medien. Medienarbeit. Wir haben unter unseren jetzt über 1.500 Veranstalterkunden mir bekannt 4 Pressedienstleister, die für ihre Veranstalter diese elementare Digitalisierungsarbeit übernehmen. Frage ich Veranstalter, die uns kontaktieren, erhalte ich immer auch mal wieder die Antwort "unser Pressedienstleister macht das nicht für uns".

Medienarbeit bietet heute für Pressedienstleister mehr Chancen und Potentiale denn je. Aber auch Herausforderungen: Die Bereitschaft zur Veränderung. Manch einer sollte noch schnell aufwachen: Die Zeit, in der die Erstellung und der Mailversand einer Pressemeldung neben dem Anzeigengeschäft genügte, ist bereits lange vorbei.