Als Partner der Erlanger Wirtschaft und dessen Anlaufstelle innerhalb der Stadtverwaltung versteht sich die Abteilung Wirtschaftsförderung und Arbeit. Ob Firmenneugründung, Betriebserweiterung oder Verlagerung des derzeitigen Standortes, die Wirtschaftsförderung bietet ihre Unterstützung an. Das Serviceangebot umfasst kostenlose Existenzgründungsberatung, Beratung über öffentliche Finanzierungshilfen, Information über den Standort Erlangen, Wegweiser durch Behörden und Institutionen, die Kontaktvermittlung zu Gründerzentren, Unternehmen, Kammern, Technologietransfereinrichtungen sowie die breite Unterstützung bei der Suche nach Gewerbe- oder Büroflächen oder bei Planungs- und Genehmigungsverfahren.
So konnte z. B. die Firma Invent Umwelt- und Verfahrenstechnik AG erfolgreich begleitet und im Herbst 2008 in Eltersdorf Richtfest für das nun auch die Produktion vor Ort umfassende neue Firmengebäude gefeiert werden. Des weiteren konnte die Firma Erlas - Erlanger Lasertechnik GmbH bei der Umsiedlung und Erweiterung eines neuen Firmenstandorts im ehemaligen Kraftwerksgelände in Frauenaurach unterstützt werden. In Anwesenheit des bayerischen Innenministers wurde im April 2008 die Einweihung des neuen Verwaltungs- und Produktionsgebäudes mit knapp 100 Mitarbeitern gefeiert.
Darüber hinaus wurde 2007 der „Tag der Landwirtschaft“ in Hüttendorf organisiert, mit rund 10.000 Besuchern ein wahrer Besuchermagnet. Im gleichen Jahr hat das Wirtschaftsreferat gemeinsam mit dem IHK-Gremium und der Kreishandwerkerschaft eine Unternehmensbefragung durchgeführt, um die Erwartungen und Wünsche der Unternehmen am Ort noch besser kennen zu lernen. Das 2003 eröffnete Innovations-Zentrum Medizintechnik und Pharma (IZMP) hat sich erfolgreich weiterentwickelt und ist zu einem Herzstück des Medical Valley geworden. Bedingt durch seine nahezu vollständige Auslastung war es notwendig, eine bauliche Erweiterung vorzunehmen und dank der finanziellen Unterstützung durch den Freistaat Bayern konnte in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Edmund Stoiber im Sommer 2007 die Einweihung weiterer 5.000 qm Büro- und Laborflächen vorgenommen werden. Die Auslastung des IZMP von rd. 99 % zum Jahresende 2008 belegt seine Attraktivität, das damit unverändert eines der erfolgreichsten Innovationszentren in Deutschland sein dürfte. Bereits seit 1986 hat außerdem im Stadtteil Tennenlohe das gemeinsame Innovations- und Gründerzentrum der Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen als „Brutkasten“ für junge High-Tech-Unternehmen Erfolgsgeschichte geschrieben.
Abteilung Wirtschaftsförderung.
Ein weiterer wesentlicher Baustein der Arbeit der Abteilung Wirtschaftsförderung und Arbeit ist die Beschäftigungsförderung. In den Jahren 2007 und 2008 konnten insgesamt 118 Ausbildungsplätze akquiriert werden, von denen 78 in eine Festanstellung mündeten. Aufgrund der großen Bereitschaft der Erlanger Unternehmen, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, und des gleichzeitigen Rückgangs von Bewerbern stand im Jahr 2008 weniger die Akquisition und Vermittlung von Ausbildungsverträgen im Vordergrund, sondern der Aufbau und die Etablierung eines Übergangsmanagements. Dieses dient als „Brücke zum Beruf“ in den Erlanger Hauptschulen; seine Ziele sind die Entwicklung und Förderung der Ausbildungsfähigkeit, die Förderung der Berufswahlreife, die Entwicklung von Einmündungsperspektiven in den Ausbildungsmarkt mit der letztendlichen positiven Vermittlung in Ausbildung.
Mittels der als Anstalt des öffentlichen Rechts fungierenden Gesellschaft zur Förderung der Arbeit (GGFA) wurde die Beratung, Vermittlung und Qualifizierung der Alg II-Empfänger erfolgreich weitergeführt. Neben der Stadt Schweinfurt ist Erlangen in Bayern die einzige Stadt, die als sog. „Optionskommune“ die Betreuung der Langzeitarbeitslosen selbst durchführt. Dass der eingeschlagene Weg der Vermittlung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen in eigener Regie der richtige war, zeigt sich in den erfolgreichen Vermittlungszahlen. So konnten im Jahr 2007 erfolgreich 1.181 Personen in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden, in 2008 wurden 1.137 Langzeitarbeitslose in den Arbeits- bzw. Ausbildungsmarkt
integriert. Alleine in 2008 konnten 65 jugendliche Schulabgänger durch Maßnahmen im GGFA-Jugendbildungshaus im Röthelheimpark erfolgreich in eine betriebliche Ausbildung vermittelt werden. Das Jugendbildungshaus in der Alfred-Wegener-Straße wird künftig den Namen des 2008 verstorbenen, langjährigen Vorstands der GGFA, Friedrich Müller, tragen.
Die Daten des Arbeitsmarktes haben sich in 2007 und 2008 sehr positiv entwickelt. So belegt Erlangen zum 31.12.2007 mit 4,2% und zum 31.12.2008 mit 3,7% unter den 84 deutschen Großstädten hinter Ingolstadt den 2. Platz vor Städten wie Ulm, Würzburg oder München. Ende 2008 erreichte - bei insgesamt fast 94.000 Stellen - die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze mit 78.330 per 30.3.2008 einen für Erlangen historischen Höchststand. Im Juni 2006 waren es „noch“ 74.019. Rd. 2/3 der Erlanger Beschäftigten haben allerdings ihren Wohnsitz nicht in Erlangen.
Die zusammen mit der Universität und Erlanger Unternehmen getragene Erlangen AG, die zu 51% im Eigentum der Stadt steht, erbringt internationales Standortmarketing sowie diverse Standortdienstleistungen. Eine dieser Dienstleistungen ist das seit 2007 eingerichtete EU-Büro, das für den Standort Erlangen die Fördermittelakquise von EU-Geldern durchführt. Diese Dienstleistung steht Erlanger Firmen und der Stadtverwaltung zur Verfügung. 2008 konnte der erste Antrag mit dem internationalen Kooperationsprojekt GEOFAR, das Finanzierungslösungen für die Frühphase von Vorhaben zur Nutzung von Erdwärme entwickelt, erfolgreich auf den Weg gebracht werden.
Zur Steigerung der Attraktivität unserer Innenstadt wurden vom City-Management und dem Erlanger Tourismus- und Marketingverein (ETM) wieder zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. Erlanger Frühling und Erlanger Herbst sind ebenso wie das Marktplatzfest fest etablierte und nicht wegzudenkende Höhepunkte, die insbesondere dem Einzelhandel zugute kommen. Sehr gefragt und gut besucht waren die angebotenen Stadtführungen, die 2008 eine deutliche Steigerung erfahren haben. Seit Juni 2008 fungiert als neuer Citymanager und ETM-Geschäftsführer Christian Frank als Nachfolger für Martina Wucher.
Für die Sanierung und den Betrieb der städtischen Heinrich-Lades-Halle wurde 2007 mittels eines „wettbewerblichen Dialogs“ ein ÖPP-Modell (öffentlich-private Partnerschaft) ausgeschrieben. Da jedoch keines der privaten Angebote den städtischen Vorstellungen und Erwartungen entsprechen konnte, wurde im Sommer 2008 dieses Konzept einer Public Privat Partnership aufgegeben. Die Sanierung der Stadthalle wird eine der schwierigen und kostenträchtigen Aufgaben in den kommenden Jahren bleiben. Der Betrieb der Halle wird weiter durch die Erlanger Kongress und Marketing GmbH wahrgenommen.
Die Stadtkämmerei besteht aus den drei Kernaufgaben und Abteilungen Haushalt (mit Anlagenbuchhaltung, Bilanz), der Steuerabteilung und der Stadtkasse. Die beiden zurückliegenden Jahre waren im besonderen Maße geprägt von der Einführung des Neuen Kommunalen Rechnungswesens - der Doppik. Das bisher kamerale Rechnungswesen wurde zum Jahreswechsel 2008/2009 auf die kaufmännische Buchführung umgestellt. Die Haushaltsplanberatungen für 2009, die im Herbst 2008 begannen, wurden auf einer völlig neuen Rechnungsgrundlage durchgeführt. Verbunden mit dem neuen Rechnungswesen ist die Erfassung und Bewertung des vollständigen Anlagevermögens der Stadt. Gebäude, bebaute sowie unbebaute Grundstücke, Infrastruktur mit Straßen, Wegen, Plätzen, Brücken und Verkehrsanlagen sowie Kunst- und Kulturgüter sind für die im neuen Rechnungswesen erforderliche Eröffnungsbilanz notwendig.
Diese Erfassungs- und Bewertungsaufgabe führte auch bei den betroffenen Dienststellen und der Projekt federführenden Kämmerei zu erheblichen Belastungen. Das Projekt Neues Kommunales Finanzwesen Erlangen (NKFE) wurde 2005 eingeleitet und wie geplant wurde dem Stadtrat der neue doppische Haushalt vorgelegt. Neben dem neuen Rechnungswesen galt es aber auch eine neue integrierte Finanzsoftware einzuführen. Dies hat, neben anderen Bereichen, auch wesentliche Auswirkungen auf Buchhaltung und Zahlungsverkehr. Ob dieser Teil der Umstellung gelungen ist, wird sich bereits in den ersten Tages des Echtbetriebes im Jahr 2009 zeigen. Die Kämmerei hat im Rahmen dieses Projektes die Aufgabe übernommen Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter mit dem neuen Rechnungswesen und der neuen Finanzsoftware vertraut zu machen und zu schulen.
Die Haushalte 2007 und 2008 hatten - auf der „alten“ kameralen Basis ein Volumen von 296,5 Mio. Euro bzw. 313,2 Mio. Euro. 2007 wurden für Investitionen 25,6 Mio. Euro und 2008 33,4 Mio. Euro bereitgestellt. Der Schuldenstand konnte in 2007 um 3,7 Mio. Euro auf 122 Mio. Euro und in 2008 auf rd. 117 Mio. Euro reduziert werden. Diese positive Entwicklung in der Entschuldung war möglich durch sehr hohe Steuereinnahmen, insbesondere durch das hohe Gewerbesteuerergebnis in 2008 mit über 76 Mio. Euro; im Vorjahr 2007 waren es 49,5 Mio. Euro.
Schließlich nimmt das Referat auch noch die Funktion der Verbindungsstelle zur Erlanger Schlachthof GmbH als Sonderaufgabe wahr.