Anfang des Jahres 2007 ging die Zuständigkeit für Feuerwehr, Brand- und Katastrophenschutz von Referat III auf Bürgermeister Gerd Lohwasser und sein Referat I über. Zudem ist er Verbindungsstelle zur kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAU als deren Aufsichtsratsvorsitzender. Bei der Feuerwehr Erlangen versahen im Berichtszeitraum 74 haupt- und nahezu 500 ehrenamtliche Einsatzkräfte Dienst für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Allein im Jahr 2007 hatten sie insgesamt 1591 Einsätze zu bewältigen. Das erste große „Schadensereignis“ 2007 stellte das Orkantief „Kyrill“ im Januar dar. Einen weiteren Vollalarm für alle Kräfte der Erlanger Feuerwehren bescherten die Einsätze im Zusammenhang mit dem Starkregen am 21. Juli. In diesem Zusammenhang mussten im Stadtgebiet in einem Zeitraum von über 24 Stunden eine große Anzahl von Hilfs- und Rettungseinsätzen „abgearbeitet“ werden. Darüber hinaus wurde der Landkreis bei der Bewältigung des Katastrophenfalles intensiv unterstützt.
Auf Grund zahlreicher Baustellen auf der A 3 und auf der A 73 kam es im Jahr 2007 auch zu einer Vielzahl von schweren Unfällen. Im Jahr 2008 lag die Gesamtzahl der Einsätze bei 1497. Allein am 1. März waren aufgrund des Sturmtiefs Emma über 100 Unwettereinsätze im Stadtgebiet zu bewältigen. Bei all diesen Einsätzen konnten 237 Menschen gerettet und großer volkswirtschaftlicher Schaden verhindert werden.Im Verlauf des Jahres 2007 konnte durch die Beschaffung eines neuen Kompressors für die Atemschutzwerkstatt die Erneuerung der Atemschutztechnik abgeschlossen werden. Die Technik der Einsatzzentrale wurde erneuert und für die zukünftige Zusammenarbeit mit der Integrierten Leitstelle (in Nürnberg) ertüchtigt. Zu diesem Zwecke wurden auch alle Einsatzfahrzeuge mit Funkmelde-System-Hörern ausgestattet.
Im Jahr 2008 konnte bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Kriegenbrunn ein neues Tanklöschfahrzeug sowie auf der Hauptfeuerwache und bei der FF Tennenlohe jeweils ein neues Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt werden. Auf der Hauptfeuerwache wurden ferner durch einen Erweiterungsbau zwei zusätzliche Stellplätze für Einsatzfahrzeuge, ein neues Werkstattgebäude mit Schreinerei, eine Feuerlöscher und Funkwerkstatt sowie ein Unterkunftsbereich für die FF Erlangen-Stadt geschaffen werden.
Diese Baumaßnahme war nur durch die intensive Einbringung von Eigenleistung des haupt- und des ehrenamtlichen Personals möglich. Zur dringend notwendigen Senkung des Durchschnittalters der Einsatzfahrzeuge, ist schließlich in den beiden Berichtsjahren mit den notwendigen Ersatzbeschaffungen begonnen worden.
Die Ständige Wache der Feuerwehr hat außerdem wieder Brandschutzunterweisungen für Mitarbeiter der Stadtverwaltung und verschiedene Firmen und Unternehmen angeboten. Für die Mitarbeiter der künftigen Integrierten Leitstellen in Bayern (Feuerwehr- und Rettungsdienst-alarmierung) wurden insgesamt vier Lehrgänge (jeweils sieben Wochen) durchgeführt. Im Bereich des Katastrophenschutzes stand das Jahr 2007 ganz im Zeichen der am 5. Mai 2007 durchgeführten Katastrophenschutzübung „Maiglöckchen“. Hierbei handelte es sich um eine sogenannte Vollübung. Über 500 Einsatzkräfte aller Feuerwehren Erlangens, vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK), vom Arbeiter-Samariter- Bund (ASB), der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), der Polizei, des Technischen Hilfswerks (THW), der Bundesbahn und der Notfallseelsorge übten an diesem Tag Lösungsstrategien und Zusammenarbeit im Katastrophenfall. Koordiniert wurde die Übung durch die Führungsgruppe Katastrophenschutz, die Örtliche Einsatzleitung und die Sanitätseinsatzleitung. Die Übung wurde über ein Jahr vorbereitet und konnte als Erfolg gewertet werden. Im Jahr 2008 wurde neben der Durchführung zahlreicher Weiterbildungen der Unterrichtsraum auf der Hauptfeuerwache zur Nutzung als Stabsraum ertüchtigt und gemeinsam mit dem Bürgeramt ein Bürgertelefon für den Katastrophenfall und ähnliche Situationen eingerichtet.
Das Schulverwaltungsamt nimmt, wie es das Bayerische Schulfinanzierungsgesetz vorsieht, innerhalb der Stadt primär die Aufgabe des Sachaufwandsträgers aller öffentlichen und beruflichen Schulen wie auch für die drei städtischen Schulen war. Aus der Fülle der umfangreichen Aufgaben dieses Amtes ragt im Berichtszeitraum 2007 die erstmalige Herausgabe einer Imagebroschüre mit dem Titel „Erlangen macht Schule“ heraus, nachdem es noch nie eine entsprechende Veröffentlichung über die Schulstadt Erlangen gab. Möglich wurde die Publikation allerdings nur mit finanzieller Unterstützung verschiedener Erlanger Unternehmen. Mit dieser Broschüre will das Schulreferat das außergewöhnlich große schulische Angebot einer Schulstadt mit 33 öffentlichen (mit rd. 18.000
Schülerinnen und Schüler) und vier Privatschulen sowie das hohe finanzielle Engagement im Schulwesen seitens der Stadt als Sachaufwandsträgerin für alle 33 öffentlichen Schulen transparent machen. Dieser Wegweiser soll aber auch Eltern, Schülern, Neubürgern und anderen Interessierten die kommunale Schulpolitik näherbringen, sie mit den Zielsetzungen der einzelnen Schularten vertraut machen und die verschiedenen schulischen Einrichtungen in Erlangen vorstellen. Die Broschüre war trotz einer Druck- Auflage von 7.500 Exemplaren in kürzester Zeit vergriffen, wurde aber vom Schulverwaltungsamt auch ins Internet gestellt und kann unter www.erlangen.de (Stadtverwaltung / Dienstleistungen A-Z) abgerufen werden.
Auf andere Weise bedeutsam und zugleich arbeitsintensiv war die verwaltungstechnische Abwicklung der Fördermaßnahmen des wichtigen Bundes-Förderprogramms „Innovation - Zukunft - Bildung und Betreuung - IZBB“, innerhalb dessen umfassende Verwendungsnachweise für Baumaßnahmen und Einrichtungen, die in kürzester Zeit für die sechs Erlanger Gymnasien realisiert wurden, wegen der hohen Förderungen durch das IZBB-Programm der Regierung von Mittelfranken vorzulegen waren. Außerdem mussten für das vom Stadtrat beschlossene Schulsanierungsprogramm die notwendigen Vorarbeiten für die ersten Maßnahmen begonnen werden. Hierzu mussten bei der Regierung von Mittelfranken die erforderlichen schulaufsichtlichen Genehmigungen eingeholt und zugleich die Anträge auf Förderung der Schulsanierungsmaßnahmen gestellt werden.
Die Stadt Erlangen ist mit ihrer Sportförderung nach wie vor auf einem sehr guten Weg. Auch wenn der Sport ganz überwiegend keine Pflichtaufgabe einer Kommune ist, betrachten wir den Sport mit all seinen sozialen, breiten- und gesundheitssportlichen Facetten als einen stadtprägenden Faktor und als gewichtigen Teil unserer kommunalen Daseinsvorsorge. Auch in Zukunft wird der Sport diese wichtige Rolle spielen. Dabei erfüllt der Sport mit seiner Sozial- und Integrationsfunktion, als Baustein der Gesundheitsförderung und als elementare Bewegungsförderung eine wichtige öffentliche Aufgabe.
Erlangen geht mit der Weiterführung des BIG-Modells in Bayern einen neuen Weg. BIG steht für „Bewegung als Investition in Gesundheit“. Die Projektphase, die federführend vom Institut für Sportwissenschaft und Sport der Universität Erlangen koordiniert wurde und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Präventionsforschung des Bundes gefördert wurde (Laufzeit 2005-2007), ist beendet und wurde im Januar 2007 vom städtischen Sportamt übernommen. BIG will vor allem die Chancen von Frauen aus bildungsferneren Kreisen oder in schwierigen Lebenslagen verbessern, an den positiven Effekten von Bewegung teilzuhaben, und so diejenigen für Bewegung gewinnen, die es am nötigsten haben, aber am schwierigsten zu erreichen sind. Konkret umgesetzt werden die BIG-Maßnahmen im Stadtteil „Am Anger“, beim Sportverein TV 1848 und im Siemens Gerätewerk Frauenaurach. Angesichts der großen Resonanz hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation WHO für das Projekt interessiert.
Die verschiedenen Bewegungsprogramme (z.B. Gymnastik, Aquafitness, Selbstverteidigung, Bauchtanz) sind auf die o.g. spezielle Zielgruppe zugeschnitten, kostengünstig und mit Kinderbetreuung. Im Hallenbad Frankenhof wurde zudem eine feste Frauenbadezeit eingerichtet, die vor allem von Migrantinnen gut angenommen wird. Das Sportamt als Partner der Erlanger Sportvereine hat 2007/08 wieder eine Reihe von Fördermitteln bereitgestellt. So wurde für die Übungsleiter ein jährlicher Betrag in Höhe von 145.000 Euro ausgeschüttet. Dabei wurde erstmals das 2006 beschlossene neue Vergabemodell angewandt, das sich in Grundzügen an das des Bayerischen Landessportverbandes anlehnt. Allerdings handelt es sich bei der städtischen um eine spezifische Förderung, nicht - wie beim staatlichen Modell - um eine Pauschale. Die sog. Kopfpauschale für Jugendliche in Höhe von 54.000 Euro jährlich wurde zusätzlich vergeben. Für Baumaßnahmen der Sportvereine wurden 390.000 Euro (2007) bzw. 195.000 Euro (2008) bereitgestellt. Damit konnte der Antragsstau deutlich abgebaut werden.
Eine wichtige Entscheidung fiel am 6. Dezember 2007 im Bäderbereich. Der Stadtrat beschloss ein Bäderkonzept, das neben neben der Sanierung des Röthelheimbades und des Freibades West sowie neben dem Neubau eines Hallenbades West insbesondere die einheitliche Betriebsführung der städtischen Bäder durch die Erlanger Stadtwerke (ESTW) vorsieht. Ziel dieser Maßnahme ist es, das Angebot des Röthelheimbades für die Bevölkerung auf Dauer zu sichern, im Stadtwesten einen Ausgleich für den Wegfall des Hallenbads Frankenhof zu schaffen und insgesamt die Attraktivität des Bäderstandortes zu erhöhen. Nach Abklärung aller rechtlichen und organisatorischen Fragen übernahmen die ESTW zum 1. Januar 2008 die Betriebsführung. Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Mission Olympic - Gesucht: Deutschlands aktivste Stadt“ fand im Juli 2008 in Erlangen eine der größten Breitensportveranstaltungen des Deutschen Olympischen Sportbundes, das „Festival des Sports“, statt. Unter den rund 100 teilnehmenden Städten belegte Erlangen den 2. Platz. Insgesamt 82.000 Bürgerinnen und Bürger - von Kindergartenkindern bis zu den Senioren nutzten das dreitägige Angebot, sich sportlich zu bewegen und Punkte für einen Erlanger Erfolg zu sammeln. Sie konnten zwischen Tennis und Fußball, Eisklettern und Hochseilgarten, Yoga, Aikido und Bosseln, Basketball, Ringen, Ergometer-Rudern und Biken, Gymnastik und Inline-Skaten, Akrobatik und vielem mehr wählen.
Höhepunkt des Schulsporttages war der Marathon- Weltrekord der Fachoberschüler. Rund 100 Teilnehmer benötigten 1:50,48,9 Stunden und blieben damit – wenn auch gemeinsam - fast 14 Minuten unter dem Weltrekord von Haile Gebrselassie. Einen weiteren Weltrekord stellten Erlangens Walzerfreunde auf. 1699 Paare tanzten in der Innenstadt. Abends trafen sich die Rollschuhfahrer dann noch zur 15. Erlanger SkateNight. Am Sonntag wartete schließlich in den Regnitzwiesen und im Freibad West eine Fülle unterschiedlichster Bewegungsangebote vom Wakeboarding bis zur Sparkassen-Knaxiade und tausende Sportfans kamen zu der großen Freiluftveranstaltung.
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