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Dienstag, 07.09.2010

1. Wissenschaftstag: Forum Information und Kommunikation

Weblog | joerg.trinkwalter | 24.07.2007 | 9:12

Das Podium bestand aus:

Moderation: Günther Moosberger, Funkhaus Nürnberg

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde von Herrn von Vopelius ein Impulsreferat gehalten. Darin stellte er kurz die Schuster & Walther IT-Gruppe vor, wobei er hervorhob, dass die Hardware eine immer geringere Rolle spielt und es immer mehr auf Software-Lösungen ankommt. Seine zwei Kernfeststellungen sind:

  1. Der Begriff IT ist in aller Munde, aber nicht jeder der darüber redet meint das selbe
  2. Der Standort Metropolregion Nürnberg und Deutschland steht vor einer zunehmend schwieriger werdenden Phase der Profilierung als IT-Standort

Aus diesen zwei Kernfeststellungen leitet Herr von Vopelius Fragestellungen für die Diskussion ab:

  • Haben wir sowas wie ein IT-Profil in der Metropolregion Nürnberg?
  • Wie hängen die Bemühungen in der Metropolregion Nürnberg mit dem übergeordneten Clustermanagement zusammen? 
  • Gibt es für die Clusterbildung eine übergeordnete Strategie?
  • Haben wir die richtigen Menschen in der Metropolregion Nürnberg zur Umsetzung dieser Strategie?
  • Funktioniert der Wissenstransfer in der Metropolregion Nürnberg?

Der Moderator greift aus dem Impulsreferat von Herrn von Vopelius die Frage heraus, ob wir genügend hochqualifizierte junge Leute in der Metropolregion Nürnberg haben?

Prof. Henrich meint dazu, dass wir auf jeden Fall Potenziale an hochqualifizierten Leuten in der Metropolregion Nürnberg haben, aber nicht in der Anzahl wie wir sie in Zukunft brauchen. Hier muss es die gemeinsame Aufgabe von Hochschulen, Schulen, Wirtschaft etc. sein, ein richtiges Berufsbild zu vermitteln und wieder mehr Jugendliche für Aufgaben in diesem Segment zu begeistern.

Prof. Gerhäuser sagt hierzu, dass hervorragende Ingenieure hier ausgebildet werden, aber zu wenig Leute die interdisziplinär arbeiten. Das interdisziplinäre Arbeiten ist seiner Meinung nach nicht stark genug in der Universität verankert. Deswegen sein Appell zu stärker fachübergreifender Arbeit. Diese fachübergreifenden Ansätze sind seiner Meinung nach nötig, um möglichst anwendernahe Produkte auf den Markt zu bringen.

Dr. Walter Kugelmann bekräftigt, dass wir auf keinen Fall genügend Leute in der Metropolregion Nürnberg haben. Deswegen müssen wir seiner Meinung nach Spezialisten importieren, wo es möglich ist. Zusätzlich sagt auch Herr Dr. Kugelmann, dass es nur interdisziplinär geht. Eine Software für Apotheken kann seiner Meinung nach bspw. nur mit Apothekern entwickelt werden. Zusätzlich meint Herr Dr. Kugelmann, das wir uns die Fragen stellen sollten:

  • Wo ist unsere Meßlatte? Ist unsere Meßlatte München oder sind das Regionen weltweit?
  • Woher kriegen wir nicht nur genug Leute, sondern auch die besseren Leute?

Es geht in seinen Augen darum die besten Leute zu begeistern und nicht nur darum genug Arbeitslräfte zu haben. Das wäre zu unambitioniert.

Der Moderator hakt an diesem Punkt ein und stellt an Herrn von Vopelius die Zwischenfrage, ob das auch als Kritik an der Politik zu verstehen ist.

Herr von Vopelius sagt, dass es der einfachste Weg wäre der Politik das vorzuwerfen. Er denkt, abver, dass hier auch die Wirtschaft sehr stark gefordert ist. Seiner Meinung kann die Politik nur Rahmenbedingungen setzen, aber nicht alleine dafür sorgen den "idealen Absolventen" zu bekommen. Er denkt vielmehr darüber nach, Praxis-Workshops durchzuführen, um jungen Leuten einen Einblick in das zukünftige Berufsfeld zu geben.

Dr. Wulf Bauerfeld erklärt, dass T-Systems die gleichen Problematiken am Arbeitsmarkt erlebt. Er würde die Diskussion aber gerne in die Richtung lenken darüber nachzudenken, was die Metropolregion Nürnberg auszeichnet. In seinen Augen sollte in der Metropolregion Nürnberg eine Diskussion initiiert werden, wie Techniken aufgebaut werden können, die der Metropolregion Nürnberg ein "einzigartiges Gesicht" geben.

Der Moderator greift diesen Themenkomplex auf und Fragt bei Herrn Dandorfer nach, welchen Beitrag die Politik leisten kann.

Herr Dandorfer erklärt hierzu, dass seiner Meinung nach mehr Geld in Bildung und Universitäten fließen sollten. In seinen Augen ist das im EU-Vergleich zu wenig. Außerdem sieht er das Problem noch nicht behoben. Noch immer gibt es zu wenig Anmeldungen an den Universitäten für technische Berufe. Die Kernfrage ist, wie man es schafft Leute dafür zu begeistern. Im Moment ist es so, dass jeder Absolvent eines technischen Studienganges an der FH Amberg stark umworben wird. Die Frage ist, ob dass auch in Zukunft so ist.

Der Moderator fragt bei den Experten nach, wo sie die Chancen für die Metropolregion Nürnberg sehen.

Herr Prof. Gerhäuser erklärt, dass in seinen Augen der Fokus auf Produkte und Dienstleistungen gerichtet werden sollte, die nicht so einfach im Ausland erstellt werden können. Hier führt er an, dass Produkte mit einem gewissen kulturellen Hintergrund dafür prädestiniert sind. Seiner Meinung nach wird alles was man problemlos exportieren kann, früher oder später verlagert.

Prof. Henrich sieht keine zu starke Spezialisierung als Chance der Metropolregion Nürnberg. Für ihn war es erstaunlich zu sehen, was es hier alles in dem Bereich in der Metropolregion Nürnberg gibt. Hier war es schwer am Anfang einen Überblick über die Potenziale zu bekommen, dann aber umso erstaunlicher welche Bandbreite vorhanden ist. Herr Prof. Henrich spricht weiter konkret Web 2.0.-Technologien an, als mögliches Zukunftsfeld. Das Stichwort Kollaboration ist hier in seinen Augen wichtig.

Herr Dr. Bauerfeld erklärt zwei Forschungsschwerpunkte in seinem Haus. Seiner Meinung nach sollte die Diskussion aber nicht vor dem Hintergrund eines kulturellen Hintergrundes geführt werden, sondern vielmehr immer wieder um den Faktor Innovation.

Dr. Kugelmann geht kurz darauf ein was die Tradition der Metropolregion Nürnberg ausmacht. Kombiniert man dies mit gesellschaftlichen Prozesses wie dem demographischen Wandel könnte das der Schlüssel zu neuen Produkten sein. Das Credo könnte lauten: In der Metropolregion Nürnberg lösen, dann global verkaufen.

Herr von Vopelius bringt ein praktisches Beispiel. Seiner Meinung nach muss es im Marketing der Region gelingen, die Potenziale in Kernkompetenzbereichen zu vermitteln. Seiner Meinung nach könnte z.B. die Firma Datev  in Zukunft eine noch größere Rolle spielen, wenn der in seinen Augen erkennbare Trend einer "Renaissance der Rechenzentren" weiter anhält. Je schneller es der Region gelingt diesen Trend zu erkennen und sich zu öffnen, desto besser ist die Positionierung.

Herr Dandorfer fasst die Anforderungen auf drei Bereiche zusammen:

  1. Schnelligkeit: Es muss gelingen schnelle leistungsfähige Netzwerke aufzubauen. Das ist nicht nur technisch gemeint, sondern auch Personennetzwerke.
  2. Akzeptanz: Es geht darum anwendernahe Produkte zu entwickeln, mit einer großen Akzeptanz in der Bevölkerung. Dabei spielt der demographische Wandel bspw. nur eine untergeordnete Rolle, da Anforderungen in einigen Bereichen trotzdem ähnlich sind.
  3. Kompatibilität: Wie schafft man es, dass nicht jeder mit dem eigenen System arbeitet?

Anschließend folgt eine Diskussion. Hier wird vor allem die Frage nach dem Datenmüll aus dem Plenum gestellt und wie man sich hier verhalten soll.

Der Moderator schließt die Diskussion im Forum. Herr Nordschild fasst die Ergebnisse der Diskussion später für alle Zuhörer des Wissenschaftstages zusammen.

Anmerkungen: Das ganze ist eine Art Protokoll, welches die Diskussion im Forum Information und Kommunikation eine breiten Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Natürlich hat das Protokoll keinen Anspruch auf komplette Vollständigkeit.

Prinzipiell würde ich an dieser Stelle gerne ein paar Fragestellungen anschließen:

  1. Herr Prof. Henrich hat das Thema Web 2.0. explizit angesprochen und die damt verbundenen Möglichkeiten zur Kollaboration. Mit regiolog.com wurde eine Lösung konzipiert, die Aspekte des Wissensmanagement (Wer macht was? Potenziale der Metropolregion Nürnberg darstellen erfassen) mit kollaborativen Aspekten paart. Außerdem werden weiterführende Informationen und Ansprechpartner über regiolog.com dargestellt. regiolog.com ist ein alleinstellungsmerkmal der Metropolregion Nürnberg. Was halten Sie von dem Ansatz und wie könnte dieser weiter verbessert werden?
  2. Sind das wirklich die wichtigsten Themenstellungen, welche im Forum angesprochen wurden oder welche Themenstellungen fehlen Ihnen?
  3. Wie schaffen wir es Ihrer Meinung nach die Potenziale der Metropolregion Nürnberg noch stärker sichtbar zu machen?Â